Thrombektomie bei akutem Schlaganfall

Wann wird eine Thrombektomie durchgeführt?


Blutgerinnsel, die für die meisten Schlaganfälle verantwortlich sind,

können seit einigen Jahren mittels eines Mikro-Katheters aus den Hirnarterien entfernt werden(Thrombektomie).

Eine wichtige Voraussetzung ist, dass sofort nach Eintreffen des

Patienten im Krankenhaus mittels einer CT- oder MR-Angiographie der Gefäßstatus untersucht wird, um einen Verschluss eines großen Hirngefäßes und damit die Notwendigkeit einer Thrombektomie zu erkennen.

Wenn der Blutfluss im Gehirn zum Stocken kommt, etwa weil ein Gerinnsel ein Gefäß verschließt, kommt es innerhalb kurzer Zeit zum Absterben von Nervenzellen. Ist ein Blutgerinnsel sehr groß, dann lässt es sich oft nicht allein durch die Gabe des gerinnselauflösenden Medikaments, die sogenannte Lyse-Therapie, entfernen.

Die Anwendung der Thormbektomie ist auf spezielle Gefäßverschlüsse begrenzt. Der Einsatz der Methode wird in enger Zusammenarbeit mit den auf Schlaganfälle spezialisierten Kollegen der neurologischen Abteilung des Evangelischen Krankenhauses in Lippstadt koordiniert. 

Wie wird eine Thrombektomie durchgeführt?


Der Eingriff, bei dem immer auch ein Anästhesist anwesend ist, wird in Vollnarkose durchgeführt.

Es wird ein sogenannter Katheter über die Leistenarterie eingebracht und bis zu dem verschlossenen Hirngefäß vorgeschoben. Durch Einspritzen von Kontrastmittel in das Gefäß kann der Verschluss dargestellt werden.

Über den Katheter wird ein weiterer sehr dünner Katheter direkt in das Blutgerinnsel im Gehirn hinein geschoben. Dort entfaltet sich ein so genannter Stent-Retriever: Das Geflecht aus hauchzartem Maschendraht dehnt sich zur Gefäßwand hin aus und schließt so das Thrombusmaterial  in seinem Inneren ein. Durch den Rückzug des Retrievers wird der darin eingeschlossene Thrombus entfernt und der Blutfluss wieder hergestellt. 

Mit dem Solitaire-System nach Schlaganfall entferntes Blutgerinnsel

Wie lange dauert die Untersuchung?


Der gesamte Eingriff dauert ca. 60 Minuten. Bei alten Menschen mit sehr langen, gewundenen Gefäßen, die womöglich verkalkt sind, kann es manchmal schwierig sein, mit dem Katheter zum Thrombus zu gelangen. Dadurch verlängert sich die Eingriffszeit.

Wie hoch ist das Risiko?


Wie bei jedem interventionellen Eingriff müssen Patienten und Angehörige

über mögliche Komplikationen informiert sein – auch, wenn diese extrem selten sind. So kann es etwa passieren, dass beim Führen des Katheters die Gefäßwand verletzt(Dissektion) oder durchstoßen(Ruptur) wird. Oder beim Zurückziehen des Katheters löst sich ein Teil des Thrombus und verschließt nahe gelegene Gefäße. Die Behandlung ist aber letztlich nicht riskanter als die Lysetherapie allein.

Wer kann diese Methode durchführen?


Die Methode sollte von erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden.

In unserer Praxis ist Frau Müller als Neuroradiologin auf interventionelle Eingriffe an den Hinrgefäßen spezialisiert.

Sie ist Mitglied der Fachgesellschaft für Neuroradiologie.